Haushaltsversicherung: Wohnfläche berechnen
Ob Altbauwohnung, Neubau-Loft oder Einfamilienhaus: Eine Haushaltsversicherung ist unverzichtbar für Ihr Zuhause. Sie schützt Ihre Einrichtung und persönlichen Gegenstände vor Schäden durch Feuer, Wasser, Sturm und Einbruch.
Damit diese Deckung im Ernstfall auch wirklich greift, ist eine korrekte Angabe der Wohnfläche besonders wichtig. Doch was gehört überhaupt zur Wohnnutzfläche – und wie wird sie richtig ermittelt? Dieser Ratgeber hilft Ihnen dabei, die Grundlagen zu verstehen und typische Fehler zu vermeiden.
Kurz zusammengefasst:
Die Wohnfläche ist ein zentraler Faktor bei der Berechnung der Haushaltsversicherung. Sie beeinflusst sowohl die Prämie als auch die Höhe der Versicherungsleistung. Deshalb ist es wichtig, die Fläche korrekt anzugeben – sei es anhand von Plänen, eigenen Messungen oder dem Mietvertrag. Welche Räume zur Wohnfläche zählen, wird durch verschiedene Normen und gesetzliche Vorgaben geregelt. Eine sorgfältige Ermittlung schützt Sie vor Unterversicherung und möglichen Problemen im Schadensfall.
Wie kann ich die Wohnfläche berechnen?
Es gibt verschiedene Methoden zur Berechnung der Wohnfläche, die je nach Zweck und Regelung unterschiedlich angewendet werden. Bekannt sind vor allem die ÖNORM B 1800 für die Nutz- und Wohnnutzfläche von Gebäuden, das Mietrechtsgesetz (MRG) für mietrechtliche Belange und das Wohnbauförderungsgesetz für geförderte Wohnungen. Bei größeren Bauprojekten wird häufig die DIN 277, eine eigentlich deutsche Norm, verwendet.
So berechnen Sie die Wohnnutzfläche für Ihre Haushaltsversicherung:
Falls vorhanden, holen Sie sich den Grundriss bzw. die Baupläne Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses.
Messen Sie die Länge und Breite jedes Raumes. Verwenden Sie dabei ein Maßband oder einen Laser-Entfernungsmesser.
Multiplizieren Sie die Länge und Breite jedes Raumes, um die Fläche des jeweiligen Raumes zu erhalten (Länge x Breite = Fläche).
Zählen Sie die Flächen aller Räume zusammen, um die gesamte Wohnnutzfläche zu berechnen.
Sie können auch auf die im Mietvertrag angegebene Wohnfläche zurückgreifen. Es genügt, eine Kopie des Vertrags als Nachweis an den Versicherer zu senden. Sollte die Quadratmeterzahl jedoch nicht im Mietvertrag stehen, muss eine der zuvor genannten Berechnungsmethoden angewendet werden.
Was zählt zur Wohnfläche?
Verschiedene Richtlinien legen fest, welche Bereiche einer Wohnung oder eines Hauses in die Berechnung der Wohnfläche einfließen. Die genaue Zusammensetzung der Nutzfläche hängt von der jeweiligen Methode ab, mit der Sie die Wohnfläche berechnen. Grundsätzlich gilt: Die Wohnfläche umfasst alle nutzbaren Flächen innerhalb einer Wohnung oder eines Hauses, die für Wohnzwecke bestimmt sind.
Zur Wohnfläche zählende Bereiche:
- Wohnräume: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer
- Küchen: sowohl offene als auch geschlossene Küchen
- Badezimmer und Toiletten: voll ausgestattete Badezimmer sowie separate Toilettenräume
- Vorzimmer, Flure und Dielen: als Teil des nutzbaren Wohnraums
- Abstellräume und Vorratskammern: wenn sie sich innerhalb der Immobilie befinden
- Arbeits- und Hobbyräume: für berufliche oder freizeitliche Aktivitäten, müssen ebenfalls innerhalb der Immobilie liegen
- Dachschrägen und Zwischendecken: die komplette Fläche darunter
Nicht zur Wohnfläche zählende Bereiche:
- Keller und Kellerabteile: sofern sie nicht zu Wohnzwecken ausgebaut sind
- Dachboden/Spitzboden: sofern auch diese nicht zu Wohnzwecken ausgebaut sind
- Gemeinschaftsräume: Treppenhäuser, Waschküchen, Außengänge, Lifte, Gartenanlagen oder andere gemeinschaftlich genutzte Räume in Mehrfamilienhäusern
- Garagen und Carports: auch nicht, wenn sie sich im selben Gebäude befinden
- Balkone und Terrassen: nur Loggien, Wintergärten oder Veranden zählen unter bestimmten Umständen zur Nutzfläche
Wie beeinflusst die Wohnfläche den Preis der Haushaltsversicherung?
Die Höhe der Versicherungsprämie hängt direkt von der angegebenen Wohnfläche ab. Je größer diese nämlich ausfällt, desto teurer kann der Versicherungsschutz werden. Gleichzeitig spielt die Wohnfläche eine zentrale Rolle bei der Festlegung der Deckungssumme. Nur wenn die Fläche korrekt angegeben ist, lässt sich eine ausreichende Entschädigung im Schadensfall gewährleisten und es kommt nicht zur Unterversicherung.
Versicherer ziehen aus der Größe einer Wohnung oder eines Hauses Rückschlüsse auf den Wert des Hausrats. Denn mehr Fläche bedeutet in der Regel auch mehr Einrichtungsgegenstände oder höherwertige Ausstattung. Dadurch steigt aus Sicht der Versicherung das Risiko eines größeren Schadens – etwa bei Feuer, Wasserschäden oder Einbruch – was wiederum Einfluss auf die Prämienhöhe haben kann.
Manche Bereiche einer Immobilie wie Wintergärten, ausgebaute Hobbyräume oder Gartenhäuser bringen besondere Anforderungen mit sich. Viele Versicherungen bieten dafür erweiterte Deckungen an, die über den Basisschutz hinausgehen. Diese Zusatzleistungen sind allerdings in der Regel mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Trotz potenziell steigender Ausgaben durch Wohnfläche oder Zusatzleistungen kann die Prämie durch Rabatte reduziert werden. Einige Versicherungsunternehmen gewähren zum Beispiel Preisnachlässe bei einem Online-Abschluss oder für treue Kundinnen und Kunden.
"Die Berechnungsgrundlagen für die Prämien unterscheiden sich je nach Versicherung. Deshalb ist es sinnvoll, verschiedene Anbieter gegenüberzustellen, bevor Sie sich für eine Haushaltsversicherung entscheiden. Über den Vergleich auf CHECK24 erhalten Sie einen transparenten Überblick über aktuelle Tarife, Leistungen und Konditionen – und können so eine Versicherung wählen, die sowohl zu Ihrem Wohnraum als auch zu Ihrem finanziellen Rahmen passt."
Patrick Janz, Teamleiter Kundenberatung bei CHECK24 Österreich
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Online-Redakteurin
Viktoria stieg unmittelbar nach ihrer Schauspielausbildung und dem Masterstudium in Publizistik- und Kommunikationswissenschaften als Online-Redakteurin bei CHECK24 ein. Sie schreibt über komplexe Finanz-, Versicherungs- und Energiethemen und sorgt dafür, dass Sie alle relevanten Informationen zu unseren Vergleichen erhalten.