Sonnenrabatt in Österreich
Es kann schwierig sein, bei der Stromrechnung den Überblick zu behalten. Regelmäßig werden nämlich neue politische Maßnahmen angekündigt, die Entlastung versprechen. Der sogenannte Sonnenrabatt wird Teil einer Reihe von Änderungen sein, die auf die steigenden Netzkosten und die Energiewende reagieren. In diesem Ratgeber erklären wir, was der Sonnenrabatt bedeutet, wie er funktioniert und für wen er relevant ist.
Kurz zusammengefasst:
Der Sonnenrabatt ist eine Neuerung, die 2026 eingeführt wird und einen zeitlich begrenzten Rabatt auf die Stromnetzgebühren vorsieht. Dabei wird zwischen April und September täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr ein reduzierter Preis auf die Netzentgelte gewährt, um den Stromverbrauch dann zu voranzutreiben, wenn viel Sonnenstrom im Netz verfügbar ist. Das minimiert die Kosten für Haushalte mit entsprechendem Messprofil automatisch.
Was ist der Sonnenrabatt?
Mit 2026 tritt erstmals der Sonnenrabatt, ein spezieller Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP) in Kraft, der sich auf die Stromrechnung der österreichischen Haushalte auswirkt. Dabei handelt es sich um eine neue Regelung zur Senkung der Netzgebühren zwischen 10:00 und 16:00 Uhr von April bis September. Der Sonnenrabatt besteht nicht aus einer fixen Euro Summe, sondern er verringert konkret die Arbeitspreis-Netzentgelte in den Sonnenstunden um 20 Prozent. So wird der Strombezug zu Mittag preiswerter.
Die Netzkosten sind übrigens jener Teil der Stromrechnung, der für den Transport des Stroms bezahlt wird. Sie decken unter anderem den Betrieb, die Wartung und den Ausbau der Stromnetze ab – also der Leitungen, über die der Strom vom Kraftwerk bis in Ihren Haushalt gelangt.
Warum wird der Sonnenrabatt eingeführt?
Immer mehr Photovoltaikanlagen speisen Strom ins Netz ein. Gleichzeitig erhöhen sich die Netzkosten in einigen Bundesländern. Diese sind für alle Haushalte verpflichtend zu entrichten, fallen unabhängig vom Stromanbieter an und machen einen wesentlichen Teil der gesamten Stromrechnung aus. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist das Ziel, den Verbrauch in Zeiten hoher Solarstromproduktion zu fördern, Netzzuglasten zu reduzieren und so insgesamt die Kosten im Stromnetz effizienter zu gestalten.
Für wen gilt der Sonnenrabatt?
Der Sonnenrabatt gilt grundsätzlich für alle Haushalte in Österreich, die bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen.
- Dazu gehört, dass der Stromverbrauch viertelstundengenau erfasst wird, etwa über einen Smart Meter oder ein vergleichbares Messsystem. Sonst sind die Daten für den Abzug nicht ausreichend. Nicht jeder Smart Meter überträgt aber ein Lastprofil mit 15-Minuten-Intervallen. Standardmäßig wird häufig nur ein Tagesgesamtverbrauch übermittelt. Ob Ihr Gerät bereits ein detailliertes Lastprofil liefert, können Sie direkt beim Netzbetreiber (telefonisch, per E-Mail oder im Kundenportal) erfragen. Geräteeinstellungen wie „Verbrauchsdaten viertelstündlich“ oder „15-Minuten-Werte aktiv“ sind ein gutes Zeichen. Bei Bedarf können die Viertelstundenwerte auch in vielen Fällen aktiv freigeschaltet werden.
- Außerdem müssen die Verbrauchsdaten elektronisch auslesbar und beim Netzbetreiber verfügbar sein. Im entsprechenden Online-Servicebereich lässt sich prüfen, ob die notwendigen Messdaten tatsächlich vorliegen.
Muss ich den Sonnenrabatt beantragen?
Erfüllt Ihr Stromzähler die Bedingungen, wird der Sonnenrabatt automatisch berücksichtigt und Sie müssen keinen eigenen Antrag stellen. Wenn Ihr Verbrauch technisch korrekt erfasst wird, verrechnet der Netzbetreiber den vergünstigten Tarif über die zeitvariable Messung gleich auf Ihrer Stromrechnung.
Woher weiß ich, ob ich einen Smart Meter habe?
Ob in Ihrem Haushalt bereits ein Smart Meter eingebaut ist, erkennen Sie direkt am Zähler selbst. Moderne digitale Stromzähler haben ein Display und zeigen regelmäßig wechselnde Werte an – im Gegensatz zu alten Ferraris-Zählern mit Drehscheibe. Zusätzlich können Sie sich beim Netzbetreiber darüber erkundigen. Der Smart Meter befindet sich übrigens in der Regel im Zählerschrank, im Keller, im Hausanschlussraum oder im Flur.
Kann ich einen Smart Meter auch einbauen lassen?
Ja, grundsätzlich können Sie einen Smart Meter beantragen. In Österreich sind Netzbetreiber ohnehin verpflichtet, in den kommenden Jahren alle Haushalte mit Smart Metern auszustatten. Wenn Sie noch keinen intelligenten Zähler haben, können Sie den Einbau bei Ihrem Netzbetreiber anfragen. Dieser informiert Sie über den Ablauf. Meist ist die Installation kostenfrei, da sie im Rahmen der Modernisierung ohnehin vorgesehen ist.
Wie wirkt sich der Sonnenrabatt auf meine Stromkosten aus?
Der Sonnenrabatt reduziert die Netzgebühren nur in den Mittagsstunden, also dann, wenn aufgrund der hohen Photovoltaikproduktion viel Sonnenstrom ins Netz eingespeist wird. Nutzen Sie in diesem Zeitraum verstärkt elektrische Haushaltsgeräte, wie Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler. Auch das Kochen zur Mittagszeit kann sich lohnen, ebenso wie das Aufladen eines E Autos. Noch einfacher wird das mit einem Smart Home-System: Damit können Sie genau einstellen, wann Geräte starten sollen. So lässt sich der Stromverbrauch gezielt in die rabattierte Zeit verschieben, was zur Senkung der Fixkosten beiträgt.
Rechenbeispiel:
Ein 4-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus verbraucht 4.500 kWh Strom pro Jahr. Die Netzgebühren betragen ohne Sonnenrabatt jährlich 376,92 Euro. Diese Summe ist für alle Haushalte mit vergleichbarem Verbrauch grundsätzlich gleich. Der Sonnenrabatt greift jedoch nur auf einen Teil der Netzgebühren. Wir gehen in diesem Rechenbeispiel davon aus, dass von April bis September in der Zeit zwischen 10:00 und 16:00 Uhr 10 Prozent des Jahresstromverbrauchs anfallen, also 450 kWh. Für diese 450 kWh wird ein um 20 Prozent reduzierter Netz-Arbeitspreis angewendet. Dadurch sinken die jährlichen Gebühren auf 369,36 Euro. Mit dem Sonnenrabatt zahlt ein 4 Personen Haushalt rund 7,50 Euro weniger im Jahr. Der Sommer-Nieder-Arbeitspreis bringt demnach eine kleine, aber faire Entlastung.
| ohne Sonnenrabatt | mit Sonnenrabatt | Ersparnis | |
|---|---|---|---|
| Netzgebühren pro Jahr | 376,92 € | 369,36 € | 7,56 € |
Parallel zum Sonnenrabatt wird 2026 auch ein Sozialtarif für Strom eingeführt. Dieser richtet sich an einkommensschwache Haushalte und garantiert einen besonders niedrigen Strompreis von 6 Cent pro Kilowattstunde für die ersten 2.900 kWh pro Jahr (ohne sonstige Abgaben). Kombiniert mit dem Sonnenrabatt können so Haushalte, die wenig Strom benötigen, doppelt profitieren.
„Auch wenn der Sonnenrabatt Vorteile bringt, ersetzt er keinesfalls einen Strompreisvergleich. Dieser bleibt für große Einsparungen der wichtigste Hebel. Denn entscheidend für Ihre jährlichen Stromkosten sind nach wie vor der Arbeits- und Grundpreis. Auf CHECK24 zeigen wir Ihnen auf einen Blick, welche Stromtarife in Ihrer Region aktuell am günstigsten sind und welche Angebote zu Ihrem Verbrauchsprofil passen.“
Wieland Klingspor, CHECK24 Österreich Geschäftsführer
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Online-Redakteurin
Viktoria stieg unmittelbar nach ihrer Schauspielausbildung und dem Masterstudium in Publizistik- und Kommunikationswissenschaften als Online-Redakteurin bei CHECK24 ein. Sie schreibt über komplexe Finanz-, Versicherungs- und Energiethemen und sorgt dafür, dass Sie alle relevanten Informationen zu unseren Vergleichen erhalten.